Anleitung · Stand 22. September 2026

Das GARAN-Label: wann Sie es zeigen dürfen

Das GARAN-Haltbarkeitslabel ist das auffälligere der beiden neuen EU-Zeichen — und das, bei dem man mehr falsch machen kann. Es ist freiwillig, und für die meisten Shops schlicht nicht zulässig. Diese Seite erklärt, wann es erlaubt ist, wie es aussehen muss und was Sie im Shopify-Shop dafür brauchen.

Die vier Bedingungen

Sie dürfen das Label nur dann bei einem Produkt zeigen, wenn der Hersteller dieses Produkts eine gewerbliche Haltbarkeitsgarantie anbietet, die alle vier Punkte erfüllt:

Der letzte Punkt wird gern überlesen, ist aber der entscheidende. Die Kommission stellt ausdrücklich klar, dass Verkäufer „nicht aktiv nach solchen Informationen beim Hersteller suchen sollten". Das Label ist kein Rechercheergebnis, sondern die Weitergabe einer Zusage, die Ihnen vorliegt.

Wenn Sie selbst herstellen, dürfen Sie eine solche Garantie anbieten und das Label verwenden — dann gelten für Sie zusätzlich die Pflichten aus dem Abschnitt „Wenn Sie selbst Hersteller sind".

Was kein GARAN-Fall ist

Das Label in einem dieser Fälle zu verwenden, ist eine unlautere Geschäftspraxis — mit den üblichen Folgen: Abmahnung, Untersagung, Bußgeld.

Wie das Label aussehen muss

Es ist eine amtliche Grafik. Fest vorgegeben sind das GARAN-Zeichen mit Haken, der Hinweis auf die gesetzlichen Rechte, der QR-Code, das Kalendersymbol und der Sprachstreifen mit „Herstellergarantie in Jahren" in allen 24 Sprachen — dieser Streifen „darf nicht weggelassen oder abgeschnitten werden".

Ausfüllen dürfen Sie genau drei Felder:

Online darf das Label verschachtelt erscheinen: ein kompaktes Element, das nur die Jahreszahl zeigt und beim ersten Klick, bei Mouseover oder bei Berührung das vollständige Label öffnet. Es muss dem konkreten Produkt zugeordnet sein — niemals ein Banner über mehrere Produkte, von denen nur einige erfasst sind — und es gehört auch vor den Kauf, also auf die Warenkorbseite, und in die Bestellbestätigung.

Wenn Sie selbst Hersteller sind

Dann kommt eine zweite Pflicht dazu: Sie müssen eine Garantieerklärung veröffentlichen. Sie enthält den Hinweis, dass die gesetzlichen Rechte der Kundschaft unberührt bleiben, Ihren Namen und Ihre Anschrift, die erfassten Waren, die Bedingungen der Garantie und den Weg, sie in Anspruch zu nehmen. In einem Shopify-Shop ist das üblicherweise eine eigene Seite, auf die das Label verweist.

Im Shopify-Shop

Praktisch brauchen Sie drei Dinge: die Angaben je Produkt (Dauer, Hersteller, Modell), die Grafik an der richtigen Stelle auf der Produktseite und im Warenkorb — und, wenn später jemand fragt, den Nachweis, worauf sich die Angabe stützt.

PlainClaim macht daraus einen Block, den Sie im Theme-Editor unter den Preis setzen. Die Angaben pflegen Sie in der App oder direkt in den Produkt-Metafeldern — und jedes Label ruht auf einer datierten Bestätigung, dass der Hersteller die Garantie tatsächlich anbietet. Ohne diese Bestätigung erscheint kein Label; bei ungültigen Daten erscheint lieber nichts als etwas Falsches. Das Label selbst ist kostenlos und in jedem Tarif enthalten, ohne Produktgrenze.

Raten lassen wir nicht. Auch die KI-Funktionen der App schlagen höchstens vor, ein Produkt zu prüfen — bestätigen muss ein Mensch. Wer Haltbarkeitsgarantien aus Produkttexten ableitet, erzeugt genau die falschen Angaben, gegen die die neuen Regeln gemacht wurden.

Quellen: Verordnung (EU) 2025/1960 (Anhang II zum Label), Richtlinie (EU) 2024/825 sowie die Leitlinien und amtlichen Dateien der Europäischen Kommission.

Die Checkliste auf einer Seite

Die vier Bedingungen, der Hinweis, die Produktseitenpflichten und die Aussagen, die am 27. September verboten werden — auf einer Seite, jeder Punkt mit Quelle.

Wir schreiben selten, Abmeldung mit einem Klick. Wir verkaufen oder teilen Ihre Adresse nicht — siehe Datenschutz. Sie brauchen die Lektüre nicht? PlainClaim steht im Shopify App Store — der Hinweis ist in jedem Tarif kostenlos.

Ehrliche Hinweise

Diese Seite ist keine Rechtsberatung. Sie gibt wieder, was in der Verordnung und den Leitlinien steht, mit Quellen zum Nachlesen. Ob ein bestimmtes Produkt erfasst ist, entscheiden Sie — im Zweifel mit einer Anwältin oder einem Anwalt.

Die meisten Shops brauchen gar kein Label. Das ist keine Lücke in Ihrem Shop, sondern der Normalfall: Die wenigsten Hersteller geben eine kostenlose Garantie über mehr als zwei Jahre auf das gesamte Produkt. Pflicht ist der Gewährleistungshinweis, nicht das Label.