Anleitung · Stand 22. September 2026
Den Gewährleistungshinweis im Shopify-Shop einrichten
Ab dem 27. September 2026 muss jeder Shop, der Waren an Verbraucherinnen und Verbraucher in der EU verkauft, den einheitlichen Hinweis auf die gesetzliche Gewährleistung zeigen. Diese Seite erklärt, was genau verlangt ist, wo der Hinweis hingehört und wie Sie ihn in Shopify anzeigen — mit oder ohne App.
Was verlangt ist, in vier Sätzen
Der Hinweis ist eine amtliche Grafik der Europäischen Kommission, veröffentlicht in allen 24 Amtssprachen. Keines ihrer Elemente darf bearbeitet werden — weder Farben noch Text noch Seitenverhältnis. Er gehört auf Shop-Ebene; die Leitlinien sprechen von „einem allgemeinen Hinweis auf der Website des Verkäufers", nicht von einer Angabe bei jedem Produkt. Online muss er in Farbe erscheinen, in der Standardgröße lesbar sein und einen anklickbaren Link zur Gewährleistungsseite des jeweiligen Landes bereithalten.
Er betrifft den Verkauf von Waren an Verbraucher. Wer ausschließlich Dienstleistungen, digitale Inhalte oder an Gewerbetreibende verkauft, ist nicht betroffen.
Wo der Hinweis hingehört
Die Leitlinien beschreiben die übliche Umsetzung so: ein sichtbarer Satz wie „Ihre Gewährleistungsrechte", bei dem der vollständige Hinweis auf den ersten Klick oder bei Mouseover erscheint. In der Praxis heißt das für einen Shopify-Shop:
- Auf allen Seiten erreichbar — am einfachsten über einen Link im Footer oder einen dezenten Auslöser, der auf jeder Seite mitläuft. Damit sind auch Kategorieseiten abgedeckt, die die Leitlinien ausdrücklich nennen.
- Auf der Produktseite, dort wo Preis und Versandangaben stehen — also an der Stelle, an der die Kaufentscheidung fällt.
- Vor dem Abschluss der Bestellung. Der Shopify-Checkout selbst lässt sich nur mit Shopify Plus erweitern; für alle anderen Shops ist die Warenkorbseite die letzte Station, die Sie frei gestalten können.
- In der Bestellbestätigung. Die Leitlinien empfehlen es; eine eigenständige Pflicht der Verordnung ist es nicht.
In welcher Sprache
Der Hinweis existiert in allen 24 Amtssprachen, und Ihre Kundschaft soll ihn in der Sprache lesen, in der sie bei Ihnen einkauft. In Shopify hängt das an den veröffentlichten Sprachen Ihres Shops, nicht am Land der Kundin: Wer nur Deutsch veröffentlicht, zeigt allen den deutschen Hinweis — auch der Kundin in Frankreich. Das ist zulässig, denn der Hinweis folgt der Sprache des Angebots. Wenn Sie ohnehin in mehrere EU-Märkte verkaufen, lohnt es sich, die Sprachen unter Einstellungen → Sprachen zu ergänzen; der Hinweis folgt dann von selbst.
Ohne App: die Datei der Kommission selbst einbauen
Das geht, und für einen einsprachigen Shop ist es überschaubar. Kurz gefasst:
- Die amtlichen Dateien bei der Kommission herunterladen (Vektordateien in allen Sprachen, verlinkt am Ende dieser Seite).
- Die passende SVG-Datei unter Inhalte → Dateien in Shopify hochladen.
- Im Theme-Editor an der gewünschten Stelle ein Element ergänzen, das die Datei in einem Dialog öffnet — plus den Link zur Gewährleistungsseite Ihres Landes.
- Für jede weitere Sprache das Ganze wiederholen und im Theme nach Sprache unterscheiden.
Die Arbeit steckt nicht im Einbauen, sondern im Vervielfachen: 24 Sprachen, die Größe, die lesbar bleiben muss, und die Frage, was passiert, wenn Sie das Theme wechseln.
Mit PlainClaim: ein Schalter
PlainClaim ist genau dafür gebaut. Nach der Installation schalten Sie im Theme-Editor das App-Embed „EU-Gewährleistungshinweis" ein — der Link erscheint dann auf jeder Seite, und der amtliche Hinweis öffnet sich beim Klick in der Sprache der jeweiligen Seite. Wer den Hinweis lieber an einer festen Stelle hätte, nimmt statt des Embeds den Block „EU-Hinweis (im Abschnitt)" und setzt ihn unter den Preis oder in den Footer.
Der Hinweis ist kostenlos, in jeder Sprache, in jedem Tarif, dauerhaft. Er ist eine gesetzliche Pflicht, und für die Erfüllung einer Pflicht verlangen wir kein Geld. Bezahlt werden nur die Werkzeuge darüber hinaus — die Garantieerklärung, Massenpflege, der datierte Nachweis.
Die Storefront ruft dabei nichts bei uns ab: Der Hinweis wird aus dem Theme heraus angezeigt und bleibt sichtbar, selbst wenn unsere Server ausfallen.
Häufige Fragen
Muss der Hinweis bei jedem Produkt stehen?
Nein. Die Pflicht besteht auf Shop-Ebene. Auf der Produktseite ist er sinnvoll, weil dort gekauft wird — verlangt ist ein allgemeiner Hinweis auf der Website.
Reicht der QR-Code?
Online nicht. Die Leitlinien verlangen, dass das Ziel des QR-Codes auch als anklickbarer Link erreichbar ist — niemand scannt einen Code auf dem Bildschirm, auf dem er ohnehin gerade klickt.
Darf ich den Hinweis verkleinern oder umfärben?
Nein. „Keines der Elemente des einheitlichen Hinweises darf bearbeitet werden." Er muss in der Standardgröße lesbar bleiben und online in Farbe erscheinen.
Und das GARAN-Label?
Das ist eine andere Sache und für die meisten Shops keine. Es ist nur zulässig, wenn der Hersteller eine kostenlose Haltbarkeitsgarantie über mehr als zwei Jahre für das gesamte Produkt anbietet und Ihnen das mitgeteilt hat. Mehr dazu auf der Seite zum GARAN-Label und in der Checkliste.
Quellen: Verordnung (EU) 2025/1960, Richtlinie (EU) 2024/825 sowie die Leitlinien und amtlichen Dateien der Europäischen Kommission.
Die Checkliste auf einer Seite
Alles von dieser Seite, dazu das GARAN-Label und die Aussagen, die am selben Tag verboten werden — auf einer Seite, jeder Punkt mit Quelle.
Wir schreiben selten, Abmeldung mit einem Klick. Wir verkaufen oder teilen Ihre Adresse nicht — siehe Datenschutz. Sie brauchen die Lektüre nicht? PlainClaim steht im Shopify App Store — der Hinweis ist in jedem Tarif kostenlos.
Ehrliche Hinweise
Diese Seite ist keine Rechtsberatung. Sie gibt wieder, was in der Verordnung, der Richtlinie und den Leitlinien steht; die Quellen sind oben verlinkt, damit Sie jede Aussage selbst nachlesen können. Ob Ihr konkreter Fall erfasst ist, entscheiden Sie — im Zweifel mit einer Anwältin oder einem Anwalt.
Für das Nötigste brauchen Sie keine App. Der Abschnitt weiter oben beschreibt den Weg ohne. Eine App lohnt sich, wenn Sie in mehreren Sprachen verkaufen, mehr Produkte haben, als Sie von Hand pflegen möchten, oder einen Nachweis Ihrer Angaben brauchen.