Vergleich · geprüft am 23. September 2026

Neun Fragen an eine EU-Gewährleistungs-App

Am 17. September haben wir acht Shopify-Apps für den EU-Gewährleistungshinweis und das GARAN-Label gezählt. Am 23. September nennen über dreißig Listings das GARAN-Label. Die Screenshots zeigen dieselbe amtliche Grafik, die Untertitel denselben Satz — eine Rangliste mit Namen wäre binnen einer Woche falsch, und wir wären die Partei, die ihre eigene Konkurrenz benotet. Hier stehen stattdessen die Fragen, die wirklich unterscheiden: jede in einer Minute aus einem Listing zu beantworten, mit unseren eigenen Antworten dazu.

1. Ist der Hinweis kostenlos, ohne Produktgrenze?

Der Hinweis ist kein Feature, sondern eine gesetzliche Pflicht aus Artikel 6 Absatz 1 Buchstabe l — und sie gilt für Ihren ganzen Katalog, nicht für die ersten fünfzig Produkte. Kostenlose Tarife in dieser Kategorie liegen derzeit bei 20, 25 und 50 Produkten; einige Apps haben gar keinen kostenlosen Tarif; mehrere — diese eingeschlossen — begrenzen nicht.

Eine Produktgrenze auf einer Pflichtangabe heißt: Auf Seite eins des Katalogs ist der Shop rechtskonform, auf Seite zwei nicht. Prüfen Sie, was der kostenlose Tarif abdeckt, bevor die Testphase endet — nicht danach.

PlainClaim: kostenlos, alle 24 Sprachen, unbegrenzt viele Produkte, in jedem Tarif. Das GARAN-Label ebenfalls.

2. Ist es die amtliche Grafik oder ein Nachbau?

Die Verordnung ist hier ungewöhnlich deutlich: „Keines der Elemente des harmonisierten Hinweises darf bearbeitet werden." Die Kommission veröffentlicht die Dateien. Listings dieser Kategorie schreiben wahlweise „offiziell", „originalgetreu aus den amtlichen Vorlagen nachgebaut" oder „folgt den Gestaltungsvorgaben der Kommission" — das sind drei verschiedene Aussagen, und nur eine davon ist die Datei, die die Kommission veröffentlicht hat.

Es lohnt sich, einen Demo-Shop zu öffnen und hinzusehen. Ein Nachbau verrät sich meist an der Typografie.

PlainClaim: die Originaldateien der Kommission, Byte für Byte — mit einem Test im Build, der fehlschlägt, sobald sich ein einziges Byte ändert.

3. 24 Sprachen — und welche 24?

Es gibt 24 EU-Amtssprachen, und den Hinweis gibt es in allen. Ein Listing dieser Kategorie wirbt mit 23. In der Sprachliste eines anderen stehen Sprachen, die keine EU-Amtssprachen sind, während mehrere fehlen, die es sind. Das ist ein Feld im Listing und nicht die App selbst — aber es ist ein billiges Signal und in zehn Sekunden gelesen.

Die schwierigere Frage dahinter: Folgt der Hinweis der Sprache der Kundschaft oder der des Shops? Wenn Ihr Storefront nur Deutsch veröffentlicht, liest jemand in Frankreich die Seite auf Deutsch — und dagegen kann keine App etwas tun außer es Ihnen zu sagen, damit Sie die Sprache veröffentlichen.

PlainClaim: alle 24, in der Sprache der Seite — und die Startseite der App sagt Ihnen, wenn Ihr Shop für Ihre Märkte zu wenige Sprachen veröffentlicht.

4. Erscheint das Label vor der Bestellung, nicht nur auf der Produktseite?

Artikel 8 Absatz 2 nennt die GARAN-Angabe unter den Informationen, auf die unmittelbar vor der Bestellung hinzuweisen ist. Ein Label, das es nur als Badge auf der Produktseite gibt, erfüllt das nicht. Achten Sie auf den Warenkorb — und auf die Bestellbestätigung, die die Leitlinien ebenfalls nennen.

PlainClaim: Produktseite, Warenkorb und ein Snippet für die Bestellbestätigung.

5. Was verlangt die App, bevor sie ein GARAN-Label zeigt?

Das wäre unsere erste Frage, und fast kein Listing beantwortet sie. Das Label ist nur zulässig, wenn der Hersteller eine kostenlose Garantie von mehr als zwei Jahren auf das gesamte Produkt anbietet und Ihnen diese Information zur Verfügung gestellt hat. Eine App, in der man eine Zahl in ein Feld tippt und ein Label erscheint, macht es leicht, eine unlautere Geschäftspraxis zu begehen.

Besondere Vorsicht bei Apps, die anbieten, geeignete Produkte aus Ihren Produkttexten zu erkennen. „10 Jahre Garantie" in einer Beschreibung ist kein Nachweis für eine Herstellergarantie, die vier rechtliche Bedingungen erfüllt.

PlainClaim: Jedes Label ruht auf einer datierten Bestätigung, die ein Mensch abgegeben hat und die benennt, was bestätigt wurde. Ohne Bestätigung kein Label — auch dann nicht, wenn die Metafelder von einem anderen Werkzeug beschrieben wurden. Unsere KI darf ein Produkt zur Prüfung markieren; setzen darf sie das Label nie.

6. Was passiert mit dem Hinweis, wenn die App ausfällt?

Eine Pflichtanzeige ist der falsche Ort für eine Laufzeitabhängigkeit. Fragen Sie, ob der Hinweis vom Theme selbst gerendert oder beim Seitenaufruf von den Servern der App geholt wird — und getrennt davon, was am Tag der Deinstallation passiert.

PlainClaim: Das Storefront stellt keine Anfrage an uns. Die Blöcke sind Liquid und lesen Produkt-Metafelder; Hinweis und Label erscheinen weiter, auch wenn unsere Server komplett ausfallen.

7. Greift sie in Ihre Produkttexte ein — und können Sie das rückgängig machen?

Dieselbe Richtlinie, die den Hinweis bringt, setzt eine Reihe von Werbeaussagen auf die schwarze Liste: allgemeine Umweltaussagen, auf Kompensation gestütztes „klimaneutral" und „2 Jahre Garantie inklusive!" — eine gesetzliche Pflicht, als Besonderheit dargestellt. Scanner dieser Kategorie listen Funde auf und geben Ihnen eine Formulierung zum Kopieren. Das ist ein realer Unterschied im Aufwand: fünfzig Funde von Hand einzufügen ist ein Nachmittag.

Wenn eine App in Ihre Produkte schreibt, fragen Sie, was sie speichert, damit Sie den alten Stand zurückbekommen.

PlainClaim: Unser oberster Tarif schlägt eine Formulierung vor und schreibt sie auf Klick ins Produkt, den vorherigen Text speichert er. Jede Formulierung wird vor dem Vorschlag noch einmal gegen dieselben Regeln geprüft, und Sie entscheiden bei jeder einzeln.

8. Kommen Sie an den Nachweis wieder heran?

Wenn eine Marktüberwachungsbehörde fragt, warum ein Label bei einem Produkt stand, ist die Antwort ein Dokument und kein Screenshot aus einer Admin-Maske. Fragen Sie, ob es einen Export gibt, ob er Sie als juristische Person mit Anschrift ausweist und nicht nur über eine myshopify-Domain, und ob er den Verlauf abbildet oder nur den heutigen Stand.

PlainClaim: ein datiertes PDF mit Firma und Anschrift, dazu CSV — beides aus dem Bestätigungsverzeichnis, sodass eine Änderung als eigene Zeile erscheint und ein zurückgezogenes Label gedruckt statt versteckt wird. Das Verzeichnis zu lesen ist kostenlos; das Dokument gehört zum bezahlten Tarif.

9. Welche Daten verlangt sie?

Der Abschnitt „Datenzugriff" im Listing ist öffentlich und präzise. Eine App, die einen Hinweis anzeigt, hat in Ihren Bestellungen und Kundendaten nichts zu suchen. Verlangt sie Zugriff, lesen Sie die Datenschutzerklärung und finden Sie heraus, warum.

PlainClaim: Produkte, Themes und Shop-Inhalte. Wir können Bestellungen und Kundendaten nicht lesen, und unsere Erklärung zu geschützten Kundendaten sagt, dass wir keine erhalten.

Wo PlainClaim die falsche Wahl ist

Die Marktangaben auf dieser Seite stammen aus öffentlichen Listings im Shopify App Store, gelesen am 23. September 2026, und werden nicht automatisch aktualisiert; Preise und Tarife ändern sich häufig — nehmen Sie die Zahlen als Bild des Marktes an diesem Tag und die Listings als maßgebliche Quelle. Rechtliches: Richtlinie (EU) 2024/825, Verordnung (EU) 2025/1960 und die Leitlinien und amtlichen Dateien der Kommission.

Die Checkliste auf einer Seite

Was die Regeln verlangen, unabhängig davon, für welche App Sie sich entscheiden — der Hinweis, die vier Bedingungen des Labels, die Produktseitenpflichten und die Aussagen, die am 27. September verboten werden. Eine Seite, jeder Punkt mit Quelle.

Wir schreiben selten, Abmeldung mit einem Klick. Wir verkaufen oder teilen Ihre Adresse nicht — siehe Datenschutz. Sie brauchen die Lektüre nicht? PlainClaim steht im Shopify App Store — der Hinweis ist in jedem Tarif kostenlos.

Ehrliche Hinweise

Wir sind selbst eine der Apps auf dieser Liste. Diese Seite schreiben die Leute, die PlainClaim machen, und die fett gesetzten Antworten sind unsere. Sie nennt keinen Mitbewerber und benotet keinen, denn wir sind keine neutrale Partei, und eine Tabelle aus interessierter Feder ist nichts wert. Die neun Fragen sind die, die wir selbst stellen würden — und jede davon können Sie ohne uns beantworten.

Diese Seite ist keine Rechtsberatung. Sie gibt wieder, was in Richtlinie und Verordnung steht; die Quellen stehen oben.